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Was können wir in China lernen?

 
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Was können wir in China lernen?
by Jan Peschka - Tuesday, 10 September 2019, 9:21 AM
 



In China herrscht ein anders Verständnis vom Umgang mit Daten. Ähnlich wie auch in den USA in manchen Städten, werden Menschen an den digitlen Pranger gestellt, beispielsweise Verkehrssünder.


libra von facebook

 Aktuell kommt der letzte Zirkelschluss im Kreislauf der Datenauswertung vielleicht mit der digitalen Währung libra zustande. 

Was uns nun aber aus dem USA entgegenrollt, ist in China schon länger Realität.

 


Die digitale Währung Libra von Facebook könnte uns dann eine Welt wie sie aktuell schon in China mit Baido.com (Google Alternative), Alibaba.com (Amazon Alternative) wechat.com (WhatsApp Alternative von tencent.com) Ralität ist, bescheren.


Es geht in China aber bereits weiter.

 

Dort kontrolliert die Partei durch Telekommunikation und IT schlichtweg Alles und steuert ihre „Vertrauens-Bürger“ mit über 599 von 1000 Punkten auch vor allem über Bonität und Mobilität.

Ich möchte hier nicht den chinesischen Menschen oder gar dem Parteichef auf die Füße treten. Chinas ökonomische Entwicklung auf dem Feld innovativer Technologien ist ja geradezu bewundernswert und zeigt sich in Firmen die Weltmarktführer sind, so z.B. 80 % weltweiten Marktanteil bei Drohnenverkäufen haben, Vorreiter bei Überwachungssystemen sind oder auch die Elektromoblität als Zulieferer dominieren.

 

Aber die europäische Datenschutzentwicklung mit dem Recht auf Informationsfreiheit widerspricht diametral den Auffassungen der Partei zum Demokratiebegriff oder zur Herstellung von „Recht und Ordnung“ und zu „Polizei, Dein Freund und Helfer“. Daher möchte ich Ihnen eine Gesellschafft ohne Datenschutz als Beispiel für das was die Europäische Datenschutz Grundverordnung verhindern möchte, nicht vorenthalten.

Inzwischen werden chinesische Überwachungspraktiken und Techniken (z.B. Ganganalyse) auch schon komplett in andere Länder exportiert und dort implementiert, die sich den Verlockungen oder auch dem ökonomisch bedingten Einfluss der Chinesischen Geldgeber nicht widersetzen können. Über das BIG Belt (Seidenstraßen) Projekt hat der chinesische Einfluss bereits Europa im Osten und am Mittelmeer erreicht.

Für interessierte Leser habe ich hier ein paar Beispiele aus der Schweizer Presse im Rahmen der Online Plattform zur weiteren Information zu China im Sinne eines „Datenschutz-Kultur-Vergleichs“ eingestellt


Hier ein paar Beispiele aus den neutralen Schweizer Medien (Die Schweiz hat bereits ein Freihandelsabkommen mit China abgeschlossen) zu Ihrer Information:

 

 

Wenn der Staat alles sieht - Der perfekte Chinese

 

Das nächste soziale Experiment in Chinas Geschichte hat begonnen. In Versuchsstädten wie Shanghai oder Chongqing erprobt die Regierung die Zukunft der perfekten digitalen Überwachung.

 

«Sie sind keine vertrauenswürdige Person, leider können wir Ihre Buchung nicht durchführen.» Dieser Satz poppt auf Liu Hus Handy auf, sobald er ein Flug- oder Bahnbillett buchen will.

 

Der Satz hat sein Leben abrupt verändert. Denn Liu Hu steht seit ein paar Monaten auf einer schwarzen Liste der Regierung. Er ist einer der letzten Investigativ-Journalisten Chinas, seine Texte haben schon manchen korrupten Beamten das Fürchten gelehrt.

 

 

«Die Welt wird sicherer und das ist gut so»

 

Jedem Bürger und jeder Bürgerin wird bis dann eine Zahl zugeordnet, die aussagt, wie ehrlich, wie kreditwürdig, wie parteitreu sie oder er ist. Wie genau die Zahl zustande kommt, ist geheim. Die Zahl selber ist öffentlich. Helfen soll dabei modernste Technik. Schon heute liefern Millionen von hochauflösenden Kameras Bilder in riesige Datenzentren.

 

«Dank Gesichtserkennung können Kriminelle in Sekundenschnelle erkannt und verhaftet werden», preist ein Sprecher einer der führenden Kamerahersteller in Peking sein intelligentes Kamerasystem an. Es ist bereits in 22 von 23 Provinzen im Einsatz.

 

Eine intelligente Kamera mit modernster Gesichtserkennung ersetze hundert Polizisten, sagt er stolz. Bezahl-Apps belegen die Bonität, Suchanfragen im Internet erstellen das perfekte Psychogramm, fügt er an. Die Welt werde damit sicherer und das sei doch gut so.

 

Der Staat kann auf alles zugreifen

 

Die wichtigste Quelle für den gläsernen Chinesen tragen 1,1 Milliarden Menschen täglich mit sich herum: ihre Smartphones. In Echtzeit liefern die Geräte die Grundlage für das künftige Kreditsystem. Chinas Staat wird bald wissen, was jeder Bürger einkauft, welche Filme er schaut, welche Webseiten er besucht und was er seinen Freunden im Chat schreibt.

 

Datenschutz ist in China ein Fremdwort. Ob Online-Bezahlapps, Online-Shops oder Chatprogramme – auf alles kann Chinas Staat zugreifen, wenn er will. Dagegen wehren kann man sich kaum.

 

Offiziell sagen die grossen Online-Firmen Alibaba und Tencent zwar, dass ihre Daten nicht weitergegeben würden. Fragt man in den Datenzentren der Versuchsstädte nach, die heute schon die Zukunft proben, klingt es anders: Selbstverständlich würde zum Beispiel das Alibaba-eigene Bonitätssystem «Sesame-Credits» in die Berechnung einfliessen, sagt eine Sprecherin der «Smart-City» Hangzhou bereitwillig.

 

Quelle:  SRF.ch Autor: Pascal Nufer ,Mittwoch, 25.04.2018, 18:58 Uhr, Videos dazu siehe Link:

https://www.srf.ch/news/international/wenn-der-staat-alles-sieht-der-perfekte-chinese

 

China plant die totale Überwachung                                   NZZ.ch 26.4.2018, 10:58 Uhr

 

China will ein Systems für Sozialkreditpunkte einführen und damit die Bevölkerung zu moralisch und sozial einwandfreien Menschen erziehen.

 

Wann haben Sie Ihre Eltern das letzte Mal besucht? Gehen Sie bei Rot über die Strasse? In China könnten solche Fragen ab 2020 darüber entscheiden, wie viele sogenannte «Sozialkreditpunkte» jemand erhält. Mit diesem Punktesystem will Chinas Regierung die Bevölkerung zu besserem sozialen Verhalten ermuntern. Wer die sozialen und moralischen Grundregeln befolgt, wird belohnt; Verstösse aber werden mit Minuspunkten bestraft.

 

Möglich wird diese Totalüberwachung durch diverse, schon seit längerer Zeit verwendete Programme zur Gesichtserkennung, die das Land mit gesammelten Daten von Mobiltelefonen und Internetkonzernen.

 

China überwacht mit Spionage-App auch Touristen

 

China überwacht in keinem anderen Landesteil seine Bürger so rigoros wie in der Provinz Xinjiang. Davon sind offenbar auch Touristen betroffen, die über diese Region nach China einreisen. Beim Grenzübertritt wird ihr Handy ausgeforscht und eine Spionage-App installiert, wie deutsche Recherchen zeigen.

 

Überwachung total in China

 

Bei Rot über die Strasse, eine Rechnung nicht bezahlt, eine falsche politische Äusserung – und schon ist man erfasst im Bonitätssystem der chinesischen Regierung, Überwachung total. Mit Kameras, Internetdaten und automatisierten Rückmeldesystemen erfasst eine Behörde das Leben jedes einzelnen Chinesen. Wer sich falsch verhält, spürt das im Alltag: Flüge sind nicht mehr möglich, eine Reise ins Ausland verboten. Big Brother auf Chinesisch.

 

Quelle: srf.ch Rundschau, 25.04.2018, 20:54 Uhr

https://www.srf.ch/play/tv/rundschau/video/ueberwachung-total-in-china?id=eb1d7690-9f66-4bb6-9faf-74ef539e5e91

 

https://www.nzz.ch/panorama/china-plant-die-totale-ueberwachung-ld.1380905

 

10vor10-Serie: China erobert die Welt

 

Präsident Xi Jinping will China bis 2025 zur wichtigsten Wirtschaftsmacht machen. Mit Milliarden baut China weltweit Handelsrouten aus über die Belt-and-Road-Initiative. Doch die neue Supermacht will auch eine neue Weltordnung.

 

10vor10  03.05.2019, 15:30 Uhr  https://www.srf.ch/sendungen/10vor10/10vor10-serie-china-erobert-die-welt

 

Von Konsumentensouveränität zur Algorithmenabhängigkeit

 

Die totale Überwachung, die China seinen Bürgern zwecks Aufrechterhaltung des politischen Systems verordnet, drängt sich bei uns durch die Hintertür ökonomisch-algorithmischer Optimierung ein. Speerspitze ist das Internet der Dinge.

 

NZZ.ch Mathias Binswanger 25.1.2018, 05:30 Uhr

https://www.nzz.ch/meinung/von-konsumentensouveraenitaet-zur-algorithmenabhaengigkeit-ld.1346572

 

Huawei in Tschechien - Techkonzern sammelt Daten – und teilt sie mit China

 

  • Der chinesische Telekommunikationskonzern Huawei soll in Tschechien private Daten von Geschäftspartnern gesammelt und archiviert haben.
  • Das zeigt eine aktuelle Recherche des tschechischen Rundfunks.
  • Huawei Tschechien widerspricht: Man halte sich an alle Vorschriften.

 

Der Journalist Janek Kroupa hat einen guten Ruf. Ebenso wie sein Arbeitgeber, das öffentliche tschechische Radio. Ihm haben zwei ehemalige Kader von Huawei unabhängig voneinander erzählt, dass der chinesische Technologiekonzern Daten über tschechische Geschäftsleute und Beamte sammle – Leute, mit denen Huawei anschliessend verhandelte.

 

Praxis ist nicht illegal, aber allemal pikant

 

Dabei geht es um Daten wie Hobbys, Anzahl Kinder und Erspartes. Diese Daten speichere man und teile sie mit der chinesischen Botschaft in Prag, haben die beiden Ex-Mitarbeiter von Huawei dem Journalisten erklärt.

Der tschechische Geheimdienst sagt, ihm seien diese Praktiken bekannt. Huawei hingegen erklärt in einer Stellungnahme, man halte sich in Tschechien an alle relevanten Vorschriften und habe nie Daten gesammelt – weder für die chinesische Botschaft noch für irgend eine andere Organisation.

 

Diese Geschichte interessiert über die Grenzen Tschechiens hinaus, denn sie deutet darauf hin, dass Huawei eben doch mit der chinesischen Regierung zusammenarbeitet. Huawei hat das immer bestritten. Das ist relevant, vor allem in Osteuropa.

 

Willkommene Investitionen in Infrastruktur

 

Dort ist eine gute Infrastruktur fürs Internet und fürs Handy besonders wichtig – man will schliesslich wirtschaftlich zu Westeuropa aufschliessen. Und Huawei hat das Geld, um diese Infrastruktur zu bauen. In Tschechien arbeitet der Telekomriese denn auch mit staatlichen Stellen zusammen.

 

Vor kurzem aber warnte die tschechische Cybersicherheitsbehörde vor chinesischer Spionage durch den Konzern. Und seither streitet das Land darüber, wie viel China es zulassen soll. Auch, weil man einen anderen Riesen nicht verärgern will – die USA, die mitten im Handelskrieg mit China stecken.

 

Quelle: srf.ch Sarah Nowotny , Dienstag, 23.07.2019, 09:55 Uhr 

 

https://www.srf.ch/news/wirtschaft/huawei-in-tschechien-techkonzern-sammelt-daten-und-teilt-sie-mit-china